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* 1891 in Paris
† 1982 in Paris
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1891 in Paris geboren, beginnt René Herbst mit 17 Jahren mit seinem Architekturstudium in London und Frankfurt.

Nach Beendigung seines Studiums geht René Herbst auf ausgedehnte Reisen durch Russland und Italien und kehrt 1919 wieder in seine Heimatstadt Paris zurück. Dort arbeitet er als Möbeldesigner und Innenausstatter.

1925 entwirft er für die "Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes" mehrere Ausstellungsstücke.

Die mit am bekanntesten Werke von René Herbst, der Sandows Stuhl und der Sandows Armlehnstuhl, deren Rahmen aus vernickeltem Stahlrohr bestehen, designt er 1927. Die Sitzfläche und die Rückenlehne werden von straff gespannten Gummibändern gebildet, deren Enden mit Haken in den Stuhlrahmen eingehängt werden. Unter den Möbelklassikern macht sich der Stuhl einen Namen unter der Bezeichnung „Spaghetti-Stuhl“. Im Jahre 1930 folgt die Liege 107. Den Sandows Stuhl, wie auch die meisten seiner übrigen Entwürfe, stellt René Herbst in seiner eigenen Firma, der Etablissements René Herbst, her.

1929 zeigt René Herbst die Sandows Stühle erstmals im Salon d'Autumn, auf dem auch Le Corbusier seine Stahlrohrmöbel präsentiert.

Die Affinität zum Material Stahlrohr, mit dem Herbst gerne experimentiert, bringt ihm den Spitznamen "l'homme d'acier", zu deutsch "der Mann aus Eisen", ein. Angeblich spielt dieser Titel auch auf René Herbsts unbeugsamen Charakter an.

Neben Le Corbusier, Francis Jourdain, Robert Mallet-Stevens und anderen Designern gehört René Herbst 1930 zu den Gründungsmitgliedern der UAM, der Union des Artistes Modernes. Diese Vereinigung funktioneller Möbeldesigner veranstaltet in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts regelmäßig Ausstellungen der nützlichen Formen "Les Formes Utiles", um dem übermäßigen Gebrauch von Dekorationen und Ornamenten der Art Déco Stilrichtung entgegen zu wirken.

1945 wird René Herbst zum Vorsitzenden der UAM gewählt.

Im Laufe seines Lebens wird Herbst vielfach ausgezeichnet. Die größte Ehre wird ihm 1935 zuteil, als er zum Ritter der Ehrenlegion (Abteilung für Bildende Künste) ernannt wird.

Eine der interessantesten und umfangreichen Arbeiten, die René Herbst Zeit seines Lebens ausführt, ist der Entwurf des Mobiliars der Fürstin Aga Khan. Ihm wird bei dieser Auftragsarbeit die Freiheit gelassen, sich voll zu entfalten und seinen Vorstellungen entsprechend zu arbeiten. Das ermöglicht René Herbst zu zeigen, was er unter dem Begriff "Qualität" versteht.

Herbst lebt in engem Kontakt zu seinen Freunden zurückgezogen in Paris bis zu seinem Tod 1982.
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