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Eileen Gray PDF Drucken E-Mail
* 9. August1878 in Enniscorthy, CountyWexford in Irland
† 31. Oktober 1976
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Eileen Gray stammt aus einer wohlhabenden irischen Familie und wächst als jüngste von fünf Geschwistern auf dem Familiensitz Brownswood, in der irischen Grafschaft Wexford gelegen, auf. Sie erreicht das biblische Alter von 98 Jahren.

Mit 20 Jahren zieht sie nach London und studiert an der Slade School of Fine Art. Parallel arbeitet sie in einer Möbelwerkstatt, wo sie die asiatische Lackkunst kennen lernt und sich dafür begeistert.

Zur Jahrhundertwende besucht Eileen Gray erstmals Paris, wo sie zwischen 1902 und 1905 an der Académie Colarossi und der Académie Julian studiert.

Die privaten Kunstakademien stellen eine Alternative zur staatlichen Kunstschule École des Beaux-Arts dar, die in den Augen der jungen Künstler viel zu konservativ ist.

1907 siedelt Eileen Gray ganz nach Paris über und bezieht in der Rue Bonaparte 21 eine Wohnung, die sie bis an ihr Lebensende bewohnen wird. Bei dem japanischen Kunsthandwerker Seizo Sougawara erlernt Eileen Gray die Lacktechnik.

Ab etwa 1910 gestaltet Eileen Gray lackierte Schirmwände.

1913 stellt sie ihre Arbeiten erstmals im Salon des Artistes Décorateurs aus. Dort wird der Modeschöpfer und Kunstsammler Jacques Doucet auf sie aufmerksam und wird ihr erster wichtiger Mäzen.

1919 erhält Eileen Gray den Auftrag für die komplette Innenraumgestaltung der Wohnung von Madame Mathieu Lévy in der Rue de Lota. Apropos Rue de Lota, fünf Jahre danach entwirft sie für die Wohnung von Susanne Talbot in der Rue de Lota ihr berühmtes Lota Sofa, welches Eileen Grays Wandel von Decó zu mehr strengeren Formen widerspiegelt.

1922 eröffnet Eileen Gray die Galerie Jean Désert, wo sie ihre Lacktische und Wandschirme ausstellt und verkauft. In den 1920er Jahren wird Eileen Gray beeinflusst von der holländischen Avantgarde-Gruppe De Stijl und deren abstrakt-geometrischen Arbeiten.

1923 stellt sie ihr Projekt "Schlafzimmer-Boudoir für Monte Carlo" im Salon des Artistes Décorateurs aus. In Frankreich wird das Projekt kritisiert, von der holländischen Avantgarde hingegen bewundert. Noch im selben Jahr besucht sie in Holland eine Ausstellung holländischer Designer und ist beeindruckt.

In dieser Zeit lernt sie den rumänisch stämmigen Architekten und Herausgeber der einflussreichen Architekturzeitschrift L'Architecture Vivante Jean Badovici kennen und lieben. In dessen Umkreis bewegen sich so bedeutende Designer und Architekten wie Fernand Léger, Gerrit Rietveld und Le Corbusier. Badovici ermutigte sie, sich auch an Architekturprojekte zu wagen.

In den Jahren 1926 bis 1929 entwirft und baut sie mit Jean Badovici ihr eigenes Haus in Roquebrune am Meer in Südfrankreich, das E-1027. Der etwas ungewöhnliche Name für das Haus leitet sich ab aus: E für Eileen, 10 für Jean, das J ist der zehnte Buchstabe des Alphabets, 2 steht für das B in Badovici und 7 für das G bei Gray.

Für dieses Haus gestaltet Eileen Gray einige sehr moderne Möbel, darunter auch der weltberühmte Beistelltisch E-1027 aus Glas und Stahlrohr.

Beispielhaft für ihren Stil ist an diesem Entwurf, wie ökonomisch sie Raum- und Nutzungsplanung verzahnt und die Möblierung so zu einem essentiellen Bestandteil der Architektur wird. Sichtbar wird das an den zahlreichen von ihr entworfenen Einbaumöbeln, die im Zusammenklang mit den ebenfalls von ihr entworfenen Einzelmöbeln immer eine praktikable und variable Nutzung des Hauses und der Möbel erlauben.

1930/31 entwirft Eileen Gray die Einrichtung der Wohnung von Jean Badovici.

1934 entsteht ihr zweites Wohnhaus "Tempe e Pailla" in Castellar.

1937 stellt Eileen Gray ihre Arbeiten in Le Corbusiers "Pavillon des Temps Nouveau" aus. Danach wird es sehr still um Eileen Gray.

Der amerikanische Sammler Robert Walker entdeckt 1970 frühere Lackarbeiten von Eileen Gray, die längst in Vergessenheit geraten waren. Das Interesse an ihrem Wirken und ihren Werken ist wieder erwacht und ihre bedeutende Leistung für die Designmoderne des 20. Jahrhunderts wird gebührend gewürdigt.

Zu Ihren bekanntesten Design Möbel Entwürfen gehören der Beistelltisch E1027, eines der meist abgebildeten Designobjekte weltweit, die runden und rechteckigen Beistelltische Occasional Tables, der Klapptisch Jean, das Day Bed, der Bibendum Sessel, das Monte Carlo Sofa und das Lota Sofa, der Stuhl Non Conformist und der Stuhl Roquebrune sowie die Tubelight Leuchte.

Quellennachweis: