ontwerpers

Startseite Designer Le Corbusier
Le Corbusier PDF Drucken E-Mail
* 6.10.1887 in La Chaux-de-Fonds im Schweizer Kanton Neuenburg
† 27. August 1965 in Roquebrune, Cap Martin, Côte d’Azur

le-corbusier
Le Corbusier ist Architekt, Architekturtheoretiker, Stadtplaner, Maler, Zeichner, Bildhauer und Möbeldesigner.
Le Corbusier ist einer der bedeutendsten und einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts, dessen neue Ideen aber auch Kontroversen auslösen und teilweise bis heute umstritten sind.
Sein Pseudonym „Le Corbusier“, in Anlehnung an den Namen seines Urgroßvaters, nimmt er zu Beginn der 1920er Jahre an.
Eines seiner Markenzeichen ist seine Hornbrille mit dem dicken, runden, schwarzen Rahmen.
Am 6. Oktober 1887 wird Charles-Edouard Jeanneret-Gris in La Chaux-de-Fonds im Schweizerischen Kanton Neuenburg geboren.
Mit bereits dreizehn Jahren lässt sich Le Corbusier an der Kunsthochschule in seinem Geburtsort zum Maler, Graveur und Goldschmied ausbilden.
Ab 1904 beginnt Le Corbusier dort das Studium der Architektur. Die Grundlagen, die ihn später zu einem der bedeutendsten Architekten macht, sammelt Le Corbusier in führenden Architekturbüros Europas.
1910 bis 1911 arbeitet er in Berlin für einen der führenden Vertreter des modernen Industriedesigns sowie Mitbegründer des „Deutschen Werkbundes“ und anerkannten Architekten, Peter Behrens. Dort lernt er auch Ludwig Mies van der Rohe und Walter Gropius, den Gründer des Bauhauses, kennen.
Le Corbusiers besonderes Interesse gilt der modernen Stahl- bzw. Eisenbetonbauweise.
1907 lernt Le Corbusier in Wien den Architekten und Designer Josef Hoffmann kennen, seines Zeichens Wortführer der „Wiener Secession“, einer Vereinigung, die den konservativen und traditionellen Kunstbegriff ablehnt. Der Maler Gustav Klimt gehört ebenso zu den Gründern der Wiener Secession und ist deren erster Präsident.
Im März 1908 reist er zum ersten Mal nach Paris, besucht die wichtigsten neuzeitlichen Architekten der Stadt und arbeitet bis Ende 1909 fünfzehn Monate im Büro von Auguste Perret, dem Pionier des Bauens mit Stahlbeton.
Im Auftrag seiner Schule École d’Art reist Le Corbusier 1910 nach Deutschland, um die dortige Kunstgewerbebewegung (Deutscher Werkbund, Deutsche Werkstätten) kennen zu lernen. Dort lernt er in dieser Zeit auch den Architekten Frank Lloyd Wrights kennen, der zu dieser Zeit gerade in Europa bekannt wird.
1914 wird er Leiter einer Abteilung der École d’Art. Er erhält ein Patent auf das zusammen mit dem Ingenieur Max du Bois entwickelte Bausystem „Dom-ino“, zur industriellen Serienfertigung von Häusern in Stahlbeton-Skelettbauweise aus vorgefertigten Teilen.
1917 übersiedelt Le Corbusier nach Paris. In diesen Jahren entstehen seine ersten Ölgemälde. Die meist aus klaren Formen und Strukturen gemalten Stillleben korrespondieren mit seiner Vorstellung von Architektur, die ebenso auf elementaren geometrischen Formen aufbaut.
1920 gibt Le Corbusier die Zeitschrift "L`Esprit Nouveau" heraus. Darin veröffentlicht er seine avantgardistischen Architekturkonzepte.
1922 gründet Le Corbusier mit seinem Cousin Pierre Jeanneret (1896–1967) ein Architekturbüro in Paris. Die beiden realisieren in den 1920er Jahren überwiegend Wohnhäuser nach dem „Dom-ino“-System.
Le Corbusier und Pierre Jeanneret nehmen 1927 am Wettbewerb für den Völkerbundpalast in Genf teil. Ihr Entwurf erhält die meisten Jurystimmen, wird aber trotzdem aus einem „formalen Grund“ nicht genommen, da er nicht mit der geforderten Tuschezeichnung eingereicht wird, obwohl ihr Plan der einzige ist, der den Kostenrahmen einhält. Da gibt es doch nicht etwa Parallelen zu Entscheidungen aus der heutigen Politik und Wirtschaft, oder?
1929 begibt sich Le Corbusier auf seine erste Südamerikareise und hält dort Vorträge über Architektur. In São Paulo sieht er eine Show mit Josephine Baker und folgt ihr an Bord des Schiffes Giulio Cesare. Dort soll sie für ihn in seiner Kabine aufgetreten sein und er revanchiert sich mit einer Aktzeichnung von ihr.
Angeregt durch dieses Erlebnis fordert Le Corbusier daraufhin neue Bauten aus dem „Geiste ihres Tanzes“. Er entwirft in diesem Sinne die „Villa Savoye“. Die Villa liegt in dem kleinen Ort Possy-sur-Seine in der Nähe von Paris auf einem großen Grundstück am Stadtrand und gehört zu den wichtigsten Vertretern von Wohnhäusern der Moderne.
Im Herbstsalon stellen er, Pierre Jeanneret und die Designerin Charlotte Perriand (1903–1999) gemeinsam entworfene Möbel unter den bis heute bekannten Bezeichnungen LC 1 bis LC 10 aus. Charlotte Perriands Mitarbeit im Atelier von Le Corbusier ist an allen Einrichtungsgegenständen zu erkennen, die sie mit diesem und Pierre Jeanneret zusammen entwirft. Perriand verleit dem manchmal kalten Rationalismus des berühmten Architekten eine besondere menschliche Dimension. In ihren Projekten schafft sie es, grundlegenden Gegenständen des täglichen Lebens, neue ästhetische Werte einzuhauchen.
Im September 1930 nimmt Le Corbusier die französische Staatsangehörigkeit an, im Dezember heiratet er das aus Monaco stammende Mannequin Yvonne Gallis.
Le Corbusier wird 1934 der Ehrendoktor für die Anwendung mathematischer Ordnungsprinzipien von der Universität Zürich verliehen. Weitere Ehrendoktortitel erhält er 1955 von der ETH Zürich, der Eidgenössischen Technischen Hochschule, 1937 wird er Ritter, 1952 Kommandeur und 1963 Großoffizier der französischen Ehrenlegion. 1959 wird ihm der Ehrendoktortitel verliehen von der Universität Cambridge, 1961 von der Universität von Kolumbien und 1963 von der Universität Genf. 1968 wird er Ehrenmitglied des Amerikanischen Instituts der Architekten, AIA.
1942, in der Zeit, als Le Corbusier wieder Aufträge im noch besetzten Paris erhält, beginnt er mit der Ausarbeitung seiner „Modulor“ genannten Proportionslehre, die fortan für alle seine folgenden architektonischen Entwürfe grundlegend wird.
Mit dem "Modulor", eine auf dem goldenen Schnitt basierende, in Architektur und Technik universell anwendbare Maßeinheit, entwickelt Le Corbusier 1943 einen völlig neuen Ansatz, der seine Arbeit als Architekt, Möbeldesigner und Städteplaner bestimmt.
Neben der Realisation einzelner Bauten, etwa 1927 in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung oder der Villa Savoye in Poissy, liegt Le Corbusiers Augenmerk besonders auf der Realisierung wegweisender städtebaulicher Konzepte. Diese finden eine große Verbreitung durch zahlreiche architekturtheoretische Schriften sowie Le Corbusiers maßgebliche Beteiligung am „Congrès Internationaux d'Architecture Moderne“, auf dem die „Charta von Athen“ verabschiedet wird. Unter dem Motto „Die funktionale Stadt“ diskutierten dort Stadtplaner und Architekten über die Aufgaben der modernen Siedlungsentwicklung. 1941 werden die Erkenntnisse und Ergebnisse von Le Corbusier veröffentlicht.
Zu seinen wichtigsten Nachkriegsbauten zählen der Wohnkomplex Unité d'habitation in Marseille sowie die Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut in Ronchamps.
Le Corbusier stirbt am 27. August 1965 mit 78 Jahren durch einen Herzinfarkt beim Schwimmen im Mittelmeer bei Cap Martin, ganz in der Nähe seines Ferienhauses „La Cabanon“ und Eileen Grays berühmtes Haus „E-1027“. In Roquebrune-Cap-Martin, an der Côte d’Azur ist er auch begraben.
Le Corbusiers bekanntester Möbelentwurf ist wohl die Liege Chaiselounge LC 4, die zu den am meisten abgebildeten Designobjekten der Welt zählt.
Zu seinen weiteren Bestsellern zählen der Stuhl Basculant LC 1, die LC 2 Serie mit dem Cubus Sessel LC 2, dem Zweisitzer Sofa LC 2 und dem Dreisitzer Sofa LC 2, die LC 3 Serie mit Sessel LC 3, dem Zweisitzer Sofa LC 3, dem Dreisitzer Sofa LC 3, der Serie Grand Confort mit dem Sessel Grand Confort, dem Zweisitzer Sofa Grand Confort und dem Dreisitzer Sofa Grand Confort.
All diese Möbelklassiker stammen aus der Mitte seines kreativen Lebens in den Jahren 1928 und 1929, ebenso der Drehstuhl LC 7 und der Drehhocker LC 8 sowie die Esszimmertische LC 6 und LC10 mit dem Couchtisch LC 10 und dem Beistelltisch LC 10.
Quellennachweis: