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Arne Jacobsen PDF Drucken E-Mail
* 11. Februar 1902 in Kopenhagen
† 24. März 1971 in Kopenhagen
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Arne Jacobsen gilt als international bedeutendster Architekt und Designer Dänemarks im 20. Jahrhundert. Seine Entwürfe folgen dem Stil des modernen Funktionalismus.
In Architektur und Design versteht man unter Funktionalismus das Zurücktreten rein ästhetischer Gestaltungsprinzipien hinter den die Form bestimmenden Verwendungszweck des Objektes – „die Funktion bestimmt die Form“.
Jacobsens Bauten und Designarbeiten sind beeinflusst durch Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier und durch das Bauhaus. In seinem Werk spiegelt sich sein Perfektionismus wider. Er soll fast permanent gearbeitet haben. Erholung besteht für ihn darin, sich einem anderen Bereich kreativer Betätigung zuzuwenden.
1902 in Kopenhagen geboren, macht Arne Jacobsen zunächst eine Lehre als Steinmetz, bevor er an der Kongelige Danske Kunstakademie in Kopenhagen bis 1927 Architektur studiert.
Bereits während seines Studiums nimmt Arne Jacobsen 1925 mit einem Stuhlentwurf an der wichtigen Pariser "Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes" teil, für den er eine Silbermedaille erhält.
1927 beginnt Arne Jacobsen seine Karriere als Mitarbeiter im Architekturbüro von Paul Holsoe.
1929 eröffnet er in Hellerup sein eigenes Büro. Arne Jacobsen ist einer der ersten, die den Modernismus nach Dänemark bringen. Dies tut er mit seinem Entwurf für das "Haus der Zukunft", das er 1929 zusammen mit Flemming Lassen für einen Wettbewerb entwirft. Es ist konzipiert als ein runder Bau mit Flachdach, aus Glas und Beton.
1930 entsteht das funktionalistische Rothenborg-Haus, das er als Gesamtkunstwerk realisiert und ausstattet.
1931-1934 entwirft Arne Jacobsen die Bauten für die Siedlung "Bellavista" in Kopenhagen, mit denen er sich endgültig einen Namen als Architekt internationalen Stils macht.
In den Jahren 1951und 1952 entwirft Arne Jacobsen den „Ameisen Stuhl“ der seinen Namen der extremen Taillierung der Rückenlehne und den dünnen Stahlrohrbeinchen verdankt.
1955 entsteht eine der bis heute am häufigsten gebauten und verkauften Stuhlprogramme mit der Seriennummer 7. Der Stuhl 3107 und Stuhl 3207 mit Armlehne ist der meistverkaufte Stuhl weltweit.
Für diesen Stuhl erhielt Arne Jacobsen den "Gute Form Preis". Laut Jury erfüllt er mehrere Kriterien, wie eine klare Konzeption, Sitzkomfort sowie Multifunktionalität. Durch sein geringes Gewicht und die Platz sparende Möglichkeit des Stapelns eignet er sich nicht nur für Meeting- und Konferenzräume.
Der Stuhl wurde durch den Skandal mit Christine Keeler zum Kultobjekt. Der berühmte Fotograf Lewis Morley lässt hierfür das ehemalige britische Model und Callgirl Christine Keeler nackt, der Rückenlehne des 3107 zugewandt, posieren – ein Bild, das damals für große Aufmerksamkeit sorgt und nicht nur das eigentliche „Objekt der Begierde“ berühmt macht.
Im Jahre 1955 entsteht ein weiteres sehr bekanntes Möbelstück, der Esszimmertisch. Die Tischplatte wird von Piet Hein, einem dänischen Mathematiker, Wissenschaftler und Erfinder "errechnet". Die Form der Tischplatte ist ein Ergebnis aus Computer unterstützen mathematischen Untersuchungsreihen und liegt von den Ausmaßen halbwegs zwischen einem Kreis und einem Quadrat, einer Ellipse und einem Rechteck. Die Kurven werden bestimmt mit Formeln variabler mathematischer Exponenten. Haben sie alles verstanden, ja? Heute ist diese Form bekannt als "Superellipse", die im Gegensatz zu einem runden oder rechteckigen Tisch immerhin 15% Platz einspart.
Eines der Hauptwerke Jacobsens ist der Bau des Royal SAS Hotel in Kopenhagen von 1956-1960, für das Arne Jacobsen nicht nur Sessel, sondern jedes Detail der Innenausstattung, auch Leuchten, Bestecke und Aschenbecher entwirft.
Zahlreiche weitere wichtige Bauten und Entwürfe folgen. So entwirft Arne Jacobsen auch in Deutschland unter anderem das Mainzer Rathaus, zu welchem einige Kollegen unseres Teams eine ganz besondere Beziehung haben, da Mainz deren Vaterstadt ist.
Von 1956 bis 1965 lehrt Arne Jacobsen als Professor für Architektur an der Skolen for Brugskunst in Kopenhagen.
Arne Jacobsen ist niemals nur Designer oder nur Architekt. Fast alle seine Architekturprojekte entstehen als Gesamtkunstwerk, das heißt, er entwirft ein Projekt bis ins letzte Detail und gestaltet für dieses sowohl die Tapeten, Teppiche, Gebrauchsgegenstände als auch Leuchten und Möbel.
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