ontwerpers

Startseite Designer Marcel Breuer
Marcel Breuer PDF Drucken E-Mail

* 21. Mai 1902 in Pécs, Ungarn
† 1. Juli 1981 in New York
breuer_marcel

Seine Kindheit und Jugend verbringt Marcel Lajos („Lajko“) Breuer in Pécs, der fünftgrößten Stadt Ungarns, nahe der kroatischen Grenze.

1920 besucht er für kurze Zeit die Akademie der bildenden Künste in Wien, bevor er noch im gleichen Jahr nach Weimar zieht, um sich am Bauhaus einzuschreiben. Bis 1928 wird er dort wirken. Die ersten vier Jahre arbeitet er in der Möbelwerkstatt und absolviert dort seine Ausbildung zum Tischler.

In dieser Zeit fertigt er erste Architekturentwürfe für Walter Gropius an, obwohl er nicht Architektur studiert hat.

1925-1928 übernimmt Marcel Breuer die Leitung der Möbelwerkstatt am Bauhaus. In dieser Zeit entstehen Designikonen der Bauhaus Ära wie der Cesca Freischwinger, der Cesca Armlehnstuhl, die Laccio Tische und 1927 der Stahlclubsessel Typ B3, den er später in „Wassily“ umbenennt, da er diesen für seinen Kollegen am Bauhaus, Wassily Kandinsky, entworfen hat. Kandinsky, 36 Jahre älter als Breuer ist bis 1933 Lehrer am Bauhaus in Weimar, Dessau und Berlin. Er ist russischer Maler des Expressionismus, vor allem aber der abstrakten Kunst sowie Graphiker und Kunsthistoriker.

In den Jahren 1926 und 1927 kommt es am Bauhaus zur „Breuer Krise“, da Marcel Breuer zusammen mit dem ungarischen Architekten Stefan Lengyel die Firma Standard-Möbel parallel betreibt, ohne sich im Vorfeld mit der Bauhaus Leitung über die Produktrechte abzustimmen. Die oben erwähnten Designikonen werden dann von Standard Möbel in Berlin gefertigt und vertrieben.

In all seinen Schaffensperioden arbeitet Marcel Breuer auch mit anderen Techniken und Materialien an Entwürfen für standardisierbare und preiswerte Möbel. Das Stahlrohr als Basiselement gehört dazu, zumal es preiswert ist.

Da Marcel Breuer nach der Gründung seines Architekturbüros im Jahre 1928 vom Bund der Architekten drei Jahre lang die Aufnahme verweigert wird, konzentriert er sich auf Innenausstattungen und führt die Entwicklung von Typenmöbeln fort. In Zürich gestaltet er das Möbelgeschäft "Wohnbedarf".

Im Jahr 1933 emigriert Marcel Breuer, jüdischer Abstammung, nach Ungarn, um der Verfolgung durch die Nazis zu entgehen, 1935 siedelt er nach England über, bevor er zwei Jahre später in die USA umzieht.

Neun Jahre lang lehrt er an der Designerschule der Harvard Universität, ebenso wie sein Bauhaus Kollege Walter Gropius, mit dem er in dieser Zeit auch kurzzeitig ein gemeinsames Architekturbüro betreibt. Für die Weltausstellung in New York entstehen der Pennsylvania Pavillon sowie einige Privathäuser, unter anderem auch das Haus von Walter Gropius.

Marcel Breuer entwirft in den nächsten Jahren über 70 Wohnhäuser sowie zahlreiche Universitäts- und Bürogebäude. Als vielleicht bekanntesten seien das Unesco-Gebäude in Paris (1953-1958), das Sportgelände Flushing Meadow in New York (1960/61) das Whitney-Museum of American Art in New York (1966), oder die Laboratorien für IBM in La Gaude in Frankreich genannt.

Marcel Breuer gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Moderne.

Quellennachweis: